Wir bekommen Nachwuchs

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Entwicklung

 

Inhaltsverzeichnis:

 

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Die Altersstufen

  • Säuglingsalter:
    • Geburt bis zum Ende des 1. Lebensjahres
      • Neugeborenenperiode:
        • 1. bis 28. Lebenstag
      • 1. Trimenon:
        • die ersten 3 Lebensmonate

 

  • Kleinkindalter:
    • 2. bis 6. Lebensjahr

 

  • Schulalter:
    • 7. Lebensjahr bis Beginn der Pubertät

 

  • Pubertät:
    • Ab dem Auftreten der ersten sekundären Geschlechtsmerkmale bis zur Geschlechtsreife

 

  • Adoleszenz:
    • Geschlechtsreife bis Abschluss des Körperwachstums

 

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Motorische Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren

Im ersten Lebensmonat finden unkoordinierte Bewegungen sowie das Drehen des Kopfes statt. Nach zwei Monaten fängt der Säugling an, den Kopf in Bauchlage zu heben. Nach vier Monaten wird der Kopf frei gehalten und bewegt. Säuglinge sitzen mit Unterstützung nach ca. einem halben Jahr. Nach 8 Monaten können diese dann ohne Unterstützung frei sitzen. Das freie Stehen bedarf noch der Unterstützung. Mit etwa 10 Monaten kann sich der Säugling am Bettgitter hochziehen. Erste Gehversuche werden mit etwa einem Jahr gemacht, welche ein halbes Jahr später in freies Laufen übergehen. Das Kleinkind kann mit etwa 2 Jahren Treppen steigen

 

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Seelisch-Geistige Entwicklung

1. Lebensmonat:

Es bilden sich der Geschmacks-, Temperatur- und Tastsinn aus.
Unkoordinierte Augenbewegungen finden ab der Mitte des ersten Lebensmonats statt. Bei Neugeborenen erfolgt die Wahrnehmung über den Hautkontakt. Sehen und Hören sind noch weniger von Bedeutung.

3. Lebensmonat:

Jetzt beginnt der Säugling seinen Kopf willkürlich zu bewegen, er wendet sich Geräuschen zu und fixiert Gegenstände. In diese Zeit ist das erstes Lächeln zu beobachten.

4. Monat:

Das Baby beginnt nach vorgehaltenen Gegenständen zu greifen.

6. Monat:

Das Kind beginnt eine rege Aufmerksamkeit zuentwickeln. Es kommt zu Nachahmungsversuchen sowie ersten lallenden Sprachversuchen.

9. Monat:

Unterscheidung von Gegenständen und Personen, "Fremdeln"

1. Lebensjahr:

Zunahme des Wortverständnisses, Kriechen nach Zielen

2. Lebensjahr:

Nachsprechen einzelner Wörter, Ausführung kleiner "Aufträge, erstes Fragealter ("Was ist das?")

3.-6. Lebensjahr:

zweites Fragealter (Warum? Wo? Woher? Wann?), Entwicklung des Ich-Bewusstsein, erste Trotzphase, Fantasiespiel

7.-9. Lebensjahr:

erste Schulphase, Beschäftigungsspiel (= planvolles Spielen)

10.-12. Lebensjahr:

Das Kind wird fähig in Vorstellungen zu denken, die nicht greifbar sind

Pubertät:

Entwicklung der eigenen Persönlichkeitfindet nun statt.

 

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Das Neugeborene

Neugeborenenperiode:

  • 1.-28. Lebenstag

Perinatalperiode:

  • Zeitraum kurz vor der Geburt bis etwa 5. Lebenstag

Normale Tragzeit:

  • 40 Wochen = 280 Tage, gerechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung der Mutter (± 2 Wochen)

Gestationsalter:

  • Alter des ungeborenen oder bereits geborenen Kindes, gerechnet vom 1. Tag der letzten Regelblutung der Mutter

Reifes Neugeborenes:

  • Gestationsalter 260-294 Tage (38.-42. Woche)

Frühgeborenes:

  • Gestationsalter unter 37. Woche

Übertragenes Neugeborenes:

  • Gestationsalter über 42. Woche

Hypotrophes Neugeborenes:

  • (Mangelgeborenes, small for date, infant) Geburtsgewicht für Gestationsalter zu gering, d.h. unter der 10. Perzentile

Übergewichtiges Neugeborenes:

  • Geburtsgewicht für Gestationsalter zu hoch, d.h. über 10. Perzentile

Reifezeichen:

  • tastbare Ohr- und Nasenknorpel
  • äußerer Ohrrand vollständig eingerollt
  • gut abgrenzbare Brustwarzen, Warzenvorhof etwas erhaben
  • Hoden im Skrotum palpabel, große Labien überragen kleine Labien
  • Lanugobehaarung nur noch über Schultern und Oberarmen ausgebildet
  • Nägel erreichen Fingerkuppen und Zehenkuppen
  • Haut rosig, maximal noch einzelne große Gefäße am Stamm sichtbar
  • normal ausgebildetes Hautlinienmuster an Fußsohlen

 

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Apgar-Schema

Um den Zustand von Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt zu beurteilen, entwickelte die Anästhesistin Virginia Apgar ein Punkteschema. Um sich diese Kriterien besser zu merken, kann man diese so formulieren, dass ihre Anfangsbuchstaben ebenfalls das Wort "APGAR" ergeben. Die Bestimmung erfolgt nach einer Minute sowie nach 5 und 10 Minuten.

 

Beurteilungs-
kriterium

Bewertung
0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Atembewegungen keine (Apnoe) flach, unregelmäßig,
Schnappatmung)
regelmäßige Atmung, kräftiges Schreien)
Puls nicht wahrnehmbar unter 100/Minute über 100/Minute
Grundtonus (Muskel-
tonus, Aktivität)
schlaffer Tonus,
keine Bewegung
geringer Tonus,
wenig Bewegung
guter Tonus, aktive Bewegung
Aussehen blau (zyanotisch), weiß/blass Stamm rosa, Extremitäten blau vollständig rosa
Reflexerregbarkeit
(Reaktion auf Hautreiz
oder Absaugen)
keine Reaktion herabgesetzt Schreien, Husten, Niesen, abwehrende Reaktion

Die Beurteilung erfolgt mittels der Gesamtpunktzahl:

  • 7-10 normal
  • 4-6 mäßige Depression
  • 0-3 schwere Depression (akute Gefährdung)

 

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Schwangerschaftsreaktionen

Ursache:

  • Übertritt östrogener Hormone von der Mutter auf das Kind (dies hat aber keinen Krankheitswert)

Häufigste Reaktion:

  • Brustdrüsenschwellung (2-3 Wochen Dauer)
  • mitunter entleert sich "Hexenmilch" (Mädchen und Jungen)
    • Komplikation:
      • Mastitis neonatorum (Brustdrüsenentzündung des Neugeborenen) für die Therapie sind Antibiotika nötig.

weitere Reaktionen:

  • Vaginalblutung

weitere physiologische Besonderheiten des Neugeborenen:

  • Vernix caseosa (Käseschmiere)
  • Milieu (weiße Punkte auf der Nase (dort befinden sich die Ausführungsgänge der Talkdrüsen)
  • Neugeborenenerythem (Beginn 2. Lebenstag)
  • Mekonium (Kindspech) = Suhlgang der ersten Lebenstage; dunkelgrün bis schwarz

 

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Das übertragene Neugeborene

Gestationsalter:

  • 42. SSW

Symptome:

  • oft für Gestationsalter zu leicht
  • schuppige Haut
  • Waschfrauenhände
  • Fruchtwasser oft grün durch Mekonium Mekoniumaspiration

Gefahren:

  • Asphyxie
  • Pneumonie
  • Hypoglykämie
  • Hypokalzämie

Da der Mutterkuchen nicht mehr richtig funktioniert leidet das Kind unter Sauerstoff Mangel. Mekonium geht ins ins Fruchtwasser ab, so dass die Gefahr der Aspiration von Mekonium besteht.

 

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Frühgeborene (FG)

  • Gestationsalter unter der 37. Schwangerschaftswoche
  • Gewicht meist unter 2500g, kaum Fettpolster
  • Länge meist unter 47cm
  • Kopf relativ groß
  • unreifes Genitale
  • Haut hochrot, gut sichtbare Gefäße
  • ausgedehnte Lanugobehaarung
  • gering entwickelte Ohrknorpel
  • Finger- und Zehennägel erreichen Kuppen nicht
  • nur 1-2 Querfalten am Fußballen

Überlebenschancen bestehen heute schon ab der 24./25. Schwangerschaftswoche und einem Gewicht um die 500g. Aber je unreifer das Feühgeborene ist, desto höher ist für ihn die Gefahr zu sterben oder mit bleibenden Schäden zu überleben.

Anpassungsprobleme:

  • Wärmeregulation
  • Atemfunktion
  • Kreislaufsystem
  • Gehirnfunktion
  • Infektabwehr
  • Nahrungstoleranz u.a.m.

Therapie:

  • Inkubatorpflege (Temp.: 36,5°C - 37,5°C früh 38°C; Luftfeuchtigkeit, Monitoring)
  • ggf. Sauerstoffgabe
  • Ernährung mit Muttermilch oder spezielle Frühgeborenennahrung
    • oft Nahrungssondierung notwendig
    • anfangs oft Infusionstherapie
  • zusätzliche Prophylaxen:
    • erhöhte Vitamin-D-Substitution
    • Gabe zusätzlicher Vitamine
    • Eisensubstitution
    • zusätzliche Impfungen

 

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Atemnotsyndrom (ANS)

(betrifft besonders Frühgeborene)

Ursache:

  • Mangel an Surfactant (Enzym, welches Oberflächenspannung in Alveolen erniedrigt; wirkt Kollaps der Alveolen entgegen; Erst ab 35. Schwangerschaftswoche vollständig vorhanden)

Pathogenese:

  • Surfactantmangel führt zu Atelektasen welche zu Sauerstoffmangel führen
  • Später Bildung hyaliner Membranen in Alveolen

Symptome:

  • Minuten bis Stunden nach der Geburt Atemprobleme
  • Tachypnoe (Atemfrequenz über 60/min)
  • Knorksen
  • Nasenflügeln
  • Einziehungen am Thorax (Brustkorb)
  • Zyanose

Therapie:

  • Inkubatorpflege
  • Sauerstoff - je nach Schweregrad nur Anreicherung der Atemluft mit Sauerstoff oder CPAP oder maschinelle Beatmung
  • Gabe von Surfactant über Tubus in Lungen
  • Infusion

Komplikationen:

  • bronchopulmonale Dysphasie (chronische Lungenkrankheit)
  • Retinopathia praematurorum (Sehbehinderung)
  • bleibende Schäden durch Sauerstoffmangel wie Intelligenzminderung, spastische Lähmungen

 

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Asphyxie

Definition: Aufhören des Pulsschlages

Ursache:

  • Sauerstoffmangel
    • vor oder während der Geburt, z.B. durch:
      • Plazentastörung
      • Nabelschnurkomplikation
      • Blutverlust
      • schwere Erkrankung der Mutter u.a. o nach der Geburt
      • Atemnotsyndrom
      • Aspiration, z.B. von Mekonium
      • angeborener Herzfehler u.a.

Symptome:

  • intrauterin:
    • abnehmende Kindsbewegungen
    • pathologisches CTG
    • grünes Fruchtwasser
  • extrauterin:
    • siehe Apgar-Schema
      • 0-3 schwere Asphyxie
      • 4-6 mäßige Asphyxie

Therapie:

  • Schutz vor Auskühlung
  • Absaugen der Atemwege
  • Sauerstoffzufuhr
  • evtl. Herz-Druckmassage
  • kreislaufstabilisierende Medikamente (Adrenalin, Volumensubstitution)
  • Kausaltherapie
  • Inkubatorpflege

 

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Hirnblutung

Ursachen:

  • Sauerstoffmangel
  • Geburtsverletzungen

Symptome:

  • Schläfrigkeit
  • Trinkunlust
  • Bewegungsarmut
  • auffällige Zittrigkeit und orale Haptik
  • schrilles Schreien
  • Krämpfe
  • pathologisches Reflexmuster
  • Atemstörungen

Diagnostik:

  • Sonografie
  • Computertomographie
  • Magnetresonanztomographie

Therapie:

  • sehr schonende Pflege
  • Inkubatorpflege
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper und Kopfmittelstellung
  • ggf. Sedierung
  • frühzeitige Physiotherapie und Betreuung in SPZ (Sozial-Pädiatrischen-Zentren)

Prognose:

  • bei geringgradiger Ausprägung gut
  • bei höhergradiger Ausprägung oft bleibende Schäden
    • Intelligenzminderung
    • spastische Lähmungen
    • Krämpfe

 

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Geburtsverletzungen

  • Geburtsgeschwulst (caput succedaneum)
  • Kephalhämatom (Blutung zwischen Knochenhaut und Knochen)
  • Claviculafraktur
  • Oberarm- und Oberschenkelfraktur
  • sehr selten - Verletzung von Nerven:
    • obere Plexuslähmung
    • untere Plexuslähmung
    • Facialisparese

 

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Ikterus

Ursache: zuviel Bilirubin (Gallenfarbstoff) im Blut (Bilirubin entsteht beim Abbau von Hämoglobin) Beim Neugeborenen gibt es physiologische und pathologische Formen.

Physiologische Formen:

Ursache:

  • unreife Leber beginnt am 2. Lebenstag, Maximum meist 4./5. Lebenstag

Therapie:

  • ab Überschreiten bestimmter Bilirubinwerte Phototherapie

Sonderform:

  • Muttermilchikterus

Pathologische Formen:

Symptome:

  • Ikterus schon am 1. Lebenstag = Ikterus praecox
  • Ikterus länger als 14 Tage = Ikterus prolongatus
  • verstärkter Ikterus = Ikterus gravis

Gefahr:

  • Kernikterus
    • Ablagerung von Bilirubin in bestimmten Hirnabschnitten
    • Hirnschädigung

 

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Morbus haemolyticus neonatorum

Durch Blutgruppenunverträglichkeit von Mutter und Kind kommt es zur Zerstörung der Erythrozyten beim Kind.

Vorkommen:

  • wenn Mutter:
    • Rh negativ
    • Blutgruppe 0
  • Kind:
    • positiv Blutgruppe
    • Blutgruppe A oder B

Symptome:

  • Ikterus praecox
  • in schweren Fällen Hydrops

Labor:

  • Bilirubinanstieg
  • Retikulozytenanstieg
  • Coombstest positiv
  • Anämie

Therapie:

  • Fototherapie
  • selten Transfusion
  • Austauschtransfusion in sehr schweren Fällen
  • Immuntherapie (Immunglobuline)

Weitere Ursachen für pathologische Ikterus

  • Frühgeburtlichkeit (da Leber sehr unreif)
  • Infektion ( Leber ist durch Infektion geschädigt)
  • Kephalhämatom
  • Hypothyreose
  • Gallengangsatresie
  • Gallaktosämie

 

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