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Ernährung

In dieser Rubrik finden Sie einige Tipps zur gesunden Ernährung sowie Informationen über bekannte Ernährungsstörungen.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

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Ernährung des gesunden Säuglings

Die beste Nahrung ist natürlich die Muttermilch. Sie passt sich in ihrer Zusammensetzung den kindlichen Bedürfnissen an, schützt vor Krankheiten (Allergien, Infektionen), ist immer in der richtigen Temperatur vorhanden und sie ist wichtig für die Mutter-Kind-Beziehung. Die Muttermilch kann nach Bedarf (ad libitum) gefüttert werden. Zur Überprüfung der Milchmenge, die getrunken wurde, dient eine Stillprobe.

Bis zu einem halben Jahr kann ausschließlich gestillt werden, wenn das Kind darunter gut gedeiht, d. h. das Kind muss kontinuierlich zunehmen. Anfangs beträgt die übliche Gewichtszunahme pro Woche etwa 150g-200 g. Nach 5-6 Monaten sollte das Kind sein Geburtsgewicht verdoppelt haben. Im Alter von einem Jahr sollte ihr Sprössling sein Geburtsgewicht verdreifacht haben. Reicht die Muttermilch nicht aus, wird sogenannte Formulanahrung auf Kuhmilchbasis zugefuttert. Formulanahrung gibt es je nach Alter in unterschiedlicher Zusammensetzung. Neugeborenen und jungen Säuglingen (bis 4. Lebensmonat) gibt man Anfangsnahrung (=Pre-Nahrung).

Richtmengen für die Anfangsnahrung:

  • 1. Lebenstag 6 x 10 g
  • 2. Lebenstag 6 x 20 g
  • 3. Lebenstag 6 x 30 g
  • * * *
  • 10. Lebenstag 6 x 100 g

Diese Mengen werden weiter aller 10 Tage um 10 g pro Mahlzeit gesteigert, bis die spätere Tagesmilchmenge 1/6 bis 1/5 des aktuellen Körpergewichtes beträgt. Maximal sollte die Menge aber 900 g betragen (5 x 180 g oder 6 x 130 g).

Ab dem 5. Lebensmonat füttert man Gemüsebrei und 4 Milchmahlzeiten. Einen Monat später gibt man dem Säugling einen Gemüse- und einen Milch-Getreide-Brei sowie 3 Milchmahlzeiten .Ab dem 7. Lebensmonat empfiehlt es sich dem Säugling einen Gemüse-, einen Milch-Getreide-, einen Obst-Getreide-Brei sowie 1-2 Milchmahlzeiten zu füttern. Der Übergang auf Kleinkindkost erfolgt ab dem 10. Lebensmonat.

Stillprobe:

Unter Stillprobe ist Folgendes zu verstehen. Sie wiegen Ihr Kind morgens unmittelbar vor dem Stillen. Ca. 20 Minuten nach dem Stillen wiegen Sie Ihren Sprössling nochmals. Dabei ist zu beachten, dass Sie Ihr Baby währenddessen nicht umziehen oder dei Windeln wechseln. Am nächsten Morgen führen Sie diese Prozedur erneut durch. Dabei müsste eine Gewichtszunahme zu beobachten sein.

 

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Chronische Ernährungsstörungen

Symptome:

  • fehlende Gewichtszunahme
  • später Gewichtsabnahme (Dystrophie, Atrophie)
  • Gewicht unter 3. Perzentile
  • Unterhaut-Fettgewebe fehlt
  • Tabakbeutelgefäß
  • später abnehmendes Längenwachstum
  • allgemeine Entwicklungsverzögerung
  • psychische Auffälligkeiten

Ursache:

  • vielfältig
  • Ernährungsfehler
    • falsche Menge
    • falsche Zusammensetzung
  • Nahrungsmittel induzierte Darmerkrankungen z.B. Zöliakie, Kuhmilcheiweißunverträglichkeit (Enzymmangel)
  • Stoffwechselerkrankungen z.B. Diabetes mellitus
  • schwere Erkrankungen anderer Organe (Herz, Darm etc.)
  • Vernachlässigung u.v.m.

Für eine eindeutige Diagnose der Ernährungsstörung sind umfangreiche
Untersuchungen , wie zum Beispiel Blutuntersuchungen, Urin- und Stuhluntersuchungen oder auch Ultraschalluntersuchungen, notwendig.

 

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Zöliakie

Ursache:

  • Schädigung der Darmschleimhaut durch Klebereiweiß (Gluten – kommt in heimischen Getreidesorten vor)

Symptomatik:

  • massige, schaumige, glänzende, übel riechende Stühle
  • ausladendes Abdomen (Blähbauch), sonst aber dystroph (mangelernährt)
  • Kinder wirken verdrießlich

Diagnostik:

  • Nachweiß spezieller Antikörper im Blut
  • Dünndarmbiopsie

Therapie:

  • glutenfreie Kost

 

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Diabetes mellitus im Kindesalter

Die Entestehung dieser Erkrankung ist in jedem Alter möglich. Bevorzugt tritt sie aber im im Schulalter auf. Bis vor einigen Jahren trat im Kindesalter nur der Diabetes mellitus Typ 1 auf. Auf Grund der ungesunden und fetthaltigen Ernährung der Menschen in den Industriestaaten gibt es mittlerweile Kinder, die am Diabetes melltius Typ 2 (als Altersdiabetes bekannt) erkranken.

Häufigkeit:

  • 1-2 von 1000 Kindern

Symptome:

  • ständiger Durst (Polydipsie)
  • reichliches Wasserlassen (Polyurie)
  • Leistungsminderung
  • Gewichtsverlust
  • Acetonfoetor (fruchtiger Geruch beim Ausatmen)

Basis-Diagnostik:

  • Bestimmung des Blutzuckerspiegels
  • Bestimmung von Glukose und Ketonkörpern im Urin
  • in unklaren Fällen oGTT (oraler Glukose-Toleranz-Test; Bei diesem Test bekommt der Proband im "nüchternen" Zustand eine bestimmte Menge an Glukose verabreicht, meist ein Glas Wasser mit Traubenzucker. Nach festgelegten Zeitabständen wird dann der Blutzuckerspiegel des Probanden bestimmt. Beim Gesunden ist hierbei ein gewisser Anstieg zu messen. Sollte der Anstieg etwas höher ausfallen, so spricht man von einer gestörten Zuckertoleranz. Bei einem starken Anstieg liegt eine Zuckerkrankheit = Diabetes vor.)

Therapie:

  • Insulin immer notwendig (Diabetes mellitus Typ 1)
  • Diät
  • körperliche Betätigung
  • Schulung von Eltern und Kindern
  • psychologische Betreuung

Komplikationen:

  • akut:
    • Koma diabeticum
    • hoher Blutzuckerspiegel-Anstieg, ausgeprägte Azidose oft dabei
    • sehr gefährlich, oft manifestiert sich Erkrankung bei Kind so
    • Hypoglykämie
    • starker Blutzuckerspiegel-Abfall
  • längerfristig:
    • Schädigung von Augen, Nieren und Blutgefäßen

 

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PKU (Phenylketonurie)

Eine bestimmte Aminosäure (Phenylalanin) kann nicht abgebaut werden. Es kommt zu einer Ansammlung in den Organen. Unbehandelt kann diese Erkrankung u.a. schwere geistige Behinderungen verursachen. Durch ein Neugeborenenstoffwechselscreening wird dies aber rechtzeitig erkannt. Therapierbar ist die PKU nur durch eine phenylalaninarme Kost.

 

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Galaktosämie

Bei der Galaktosämie kann der Milchzucker nicht verarbeitet werden. Mit Beginn der Milchfütterung (auch Muttermilch) kommt es zu Erbrechen, Nahrungsverweigerung und eeinem verlängerter Ikterus einhergehend mit einer Lebervergrößerung. Auch diese Erkrankung wird durch das Neugeborenenstoffwechselscreening rechtzeitig erkannt und kann durch galaktosefreie Ernährung (Milch auf Sojabasis) therapiert werden.

 

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Vitamin-Mangel-Krankheit

Vitamin D

  • wird z. T. mit Nahrung aufgenommen und z. T. aus Vorstufen unter Sonneneinstrahlung im Körper selbst gebildet
  • notwendig für:
    • Kalzium- und Phosphathaushalt
    • Mineralisation des Knochens
  • Mangel:
    • Skelettveränderungen
    • Zahndefekte
    • Infektanfälligkeit
    • Krampfanfälle

Säuglinge und Kleinkinder haben auf Grund des schnellen Skelettwachstums einen hohen Bedarf an Vitamin D. Bei einem Mangel an diesem Vitamin muss es substituiert werden. Iim ersten Lebensjahr und im Winter des zweiten Lebensjahres berabreicht man dem Kind tägliche eine Tablette, die Vitamin D und Fluor enthält.

Vitamin K

  • ist notwendig für Bildung von Gerinnungsfaktoren
  • Mangel:
    • führt zu möglichen schweren Blutungen
  • Neugeborene haben oft Mangel
    • Substitution von Vitamin K zur U1/U2/U3

Vitamin A

  • Mangel:
    • Nachtblindheit
    • Hornhautveränderungen
    • Hautveränderungen
  • Tritt bei ausgewogener Ernährung nicht auf

Vitamin C

  • Mangel:
    • Zahnfleischbluten
    • Petechien (stecknadelkopfgroße Blutungen aus den Kapillaren in die Haut oder Schleimhäute)
    • Blutungen unter Knochenhaut (sehr schmerzhaft)
    • blutiger Stuhl
    • führt letztendlich zu Skorbut
  • Tritt bei ausgewogener Ernährung nicht auf

 

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Angeborene Fehlbildungen des Verdauungstraktes

Oesophagusatresie

Kontinuitätsunterbrechung des Oesophagus (Speiseröhre), oft verbunden mit abnormer Verbindung zwischen Oesophagus und Trachea (Luftröhre).

Oesophagusstenose

Einengung des Oesophagus

Hiatushernie

Verlagerung von Magenanteilen in das Mediastinum (Mittelfell)

Duodenalatresie und -stenose

Verengung oder komplette Verlegung des Duodenums (Zwölffingerdarm)

anorektale Verschlüsse

Morbus Hirschsprung = Megacolon congenitum

Durch das Fehlen bestimmter Nervenzellen in einem Dickdarmabschnitt kommt es dort zu einer Engstellung des Abschnittes. Oberhalb davon kommt es zu einer maximalen Weitstellung des Dickdarmes wegen Stuhlansammlung.

 

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Hypertrophe Pylorusstenose

  • Verdickung der Muskulatur des Magenausgangs
  • Verengung des Magenausgangs - hohe Knabenwendigkeit

Symptome:

  • Erbrechen im hohen Bogen in der 2.-4.-6. Lebenswoche
  • Kinder trinken danach gierig weiter, wirken unzufrieden
  • bei längerem Bestehen
    • Exsikkose (Austrocknung)

Diagnose:

  • Sonografie (Ultraschall)
  • selten Röntgen notwendig

Therapie:

  • Operation notwendig, dabei wird die Muskulatur gespaltet
  • präoperativ (vor der Operation) Infusion

 

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Invagination

Einstülpung eines Darmanteils in den nachfolgenden Darmabschnitt

  • Verlegung des Darmlumens, Kompression von Gefäßen der Darmwand  zusätzliche Durchblutungsstörungen der Darmwand  Ileus
  • besonders betroffen sind ältere Säuglinge und Kleinkinder

Symptome:

  • typisch ist ein phasenhafter Verlauf
    1. plötzlich starke Bauchschmerzen
    2. symptomfreies Intervall, hier etwas missmutig
    3. galliges Erbrechen, geblähtes Abdomen, rektaler Blutabgang, stark geschwächter Algemeinzustand

Diagnose:

  • Sono, Kontrasteinlauf

Therapie:

  • NullKost, Infusion
  • konservativer Therapieversuch mit Kontrasteinlauf oder pneumatischer Devagination - gelingt dies nicht muss operiert werden

 

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Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Formen:

  • Lippenspalte in unterschiedlicher Ausprägung
  • Lippenspalte kombiniert mit Kiefer- und/oder Gaumenspalte, ein oder beidseits
  • isolierte Gaumenspalte

Ursache:

  • multifaktoriell, z.T. familiäre Häufung

Folgen:

  • mitunter Ernährungsprobleme
  • psychische Probleme
  • Zahnstellungsanomalien
  • Sprachstörungen
  • Funktionsstörungen der Tuba auditiva

Therapie:

  • Korrekturen erfolgen nach festgelegtem Behandlungsplan - beginnend mit Retentionsplatte im Neugeborenenalter und Verschluss der Lippenspalte im 1. Lebensjahr

 

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